Ich bin für EMAS

» Buchhaltung ist ja eigentlich kein zündendes Thema und auch die „Ökologische Buchhaltung der Evangelischen Akademie Bad Boll“, die Arthur Braunschweig von der Universität St. Gallen im Jahr 1983 als wissenschaftliches Pilotprojekt vorlegte, war eine ziemlich trockene Angelegenheit und fand nur bei Insidern eher wissenschaftliches Interesse, als dass ihr zunächst große praktische Relevanz beigemessen wurde. Aus diesen und anderen bescheidenen wissenschaftlichen Anfängen und weiteren Zwischenstufen der Umweltberichterstattung ist inzwischen ein europaweit einheitliches Regelwerk entstanden: Die EU-Öko-Audit Verordnung EMAS II.
Es freute mich, dass die Evangelische Akademie Bad Boll sich seit dieser Zeit bemüht hat „vom Reden zum Tun“ zu kommen und 2003 – 20 Jahre später – nach EMAS II zertifiziert worden ist und damit Glaubwürdigkeit – nachweisbar – gewonnen hat.

Als jemand, die mit dem Thema Umweltmanagement durch wissenschaftliches Arbeiten verbunden ist und die Umsetzung in die Praxis – im kirchlichen, kommunalen und unternehmerischen Bereich – gefordert und gefördert hat, würde ich mir wünschen, dass es sehr viel schneller ginge mit der Verbreitung von EMAS. Dass der Schritt aus der Alltagsroutine gewagt wird und die Anstrengung der Umweltbilanz als genauso nötig betrachtet wird wie die Finanzbilanz.

Motivieren können zu dieser Anstrengung die positiven Ergebnisse derer, die EMAS praktizieren: Die Einsparungen an Umweltverbrauch und Geld, die Motivation der MitarbeiterInnen, die grüne Visitenkarte in der Öffentlichkeit.

Ich bin froh, dass wir im Verband mit den Landesgeschäftsstellen in Baden-Württemberg jetzt Vorreiter haben und wir in der Bundesgeschäftsstelle in Berlin jetzt auf dem Weg sind, wir gehen ja davon aus, dass wir als Verband in unserem eigenen Handeln unsere eigenen Umwelttipps umsetzen – aber erst mit der EMAS-Zertifizierung können wir sicher sein.
Bei der Aufgabe, den Klimawandel zu stoppen, steht die Verringerung des Energieverbrauchs an erster Stelle, durch Sparsamkeit und Effizienz. Das Managementinstrument dazu: EMAS.

Darüber hinaus bleibt die zentrale Aufgabe, nicht nur ein Produkt ökologisch herzustellen, sondern ein ökologisches Produkt. Auch ein EMAS-zertifizierter Automobilkonzern kann Sprit fressende Geländewagen energiesparend herstellen – und damit das Klimaziel verfehlen. «

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Dr. Angelika Zahrnt, Ehrenvorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. – BUND

Dr. Angelika Zahrnt